Gewässer sollen guten ökologischen Zustand erreichen
Demonstrationsbetriebe in den Landkreisen Bayreuth, Hof und Wunsiedel

Felder, im Hintergrund Wald

Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist, bis spätestens 2027 für die Gewässer einen guten ökologischen Zustand erreichen. Die Landwirtschaft ist dabei gefordert, ihren Nährstoffeintrag (besonders Nitrat, Phosphat, Pflanzenschutzmittel) zu reduzieren.

Ein bayernweites Netzwerk von Demonstrationsbetrieben dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch. Die rund 100 landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe zeichnen sich durch gewässerschonende Bewirtschaftungsweisen aus. Sie informieren in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Gewässern und Grundwasser, Boden, Klima.

Das Angebot richtet sich vor allem an

  • Landwirte,
  • Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen,
  • Berater und Auszubildende in der Landwirtschaft,
  • Fachbehörden der Ländlichen Entwicklung, Umwelt- und Wasserwirtschaftsverwaltung,
  • interessierte Besuchergruppen.

Landkreis Bayreuth

Betrieb Michael Seitz, Pegnitz

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Jura
  • Betriebstyp: Ackerbau-Grünland
  • Fruchtfolge: Wintergetreide/Silomais
  • Biogasanlage

Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:

  • Zwischenfruchtbau (Winterbegrünung)
  • emissionsarme Wirtschaftsdüngerausbringung

Demofläche Seitz
Demoanlagen zum Anbau von Mais

Versuch Seitz

Der Betrieb Seitz liegt im Jurakarst-Gebiet. Hier sind die Böden oft flachgründig und durch Karsthohlräume sehr durchlässig, wodurch Niederschlagswasser, aber auch unerwünschte Stoffe wie Pflanzenschutzmittel rasch ins Grundwasser gelangen können. Neben verschiedenen Bodenbearbeitungsvarianten zur Einarbeitung der Zwischenfrucht vor der Maisaat wurden hier deshalb auch verschiedene Terbuthylazin-freie Pflanzenschutzmittelvarianten verglichen.  Mehr

Betrieb Edgar Schwab, Stechendorf

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Jura
  • Betriebstyp: Ackerbau-Grünland
  • Fruchtfolge: Wintergetreide - Zwischenfrucht - Silomais
  • Milchvieh

Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:

  • Zwischenfruchtbau (Winterbegrünung)
  • emissionsarme Wirtschaftsdüngerausbringung

Demofläche Schwab
Demoanlagen zum Anbau von Mais

Versuch Schwab

Im Anbau von Mais spielt der Erosionsschutz eine immer wichtigere Rolle, gerade im Hinblick auf verstärkt auftretende kleinräumige Starkregenereignisse. Der Betrieb Schwab vergleicht verschiedene Bodenbearbeitungsgeräte zur Einarbeitung der Zwischenfrucht vor der Maissaat. Neben den üblichen Geräten wurde auch eine Reihenfräse der Juragruppe ausprobiert, die einen hohen Erosionsschutz verspricht.  Mehr

Landkreis Hof

Demonstrationsbetrieb Höra

Demoanlage für Zwischenfrüchte auf dem Betrieb Höra GbR bei Münchberg

Demonstrationsbetrieb Höra

Der Betrieb Höra GbR hat in Zusammenarbeit mit dem AELF Bayreuth-Münchberg und der Landwirtschaftlichen Marketing- und Vertriebs GmbH Oberfranken (LVO) sieben Zwischenfruchtmischungen per Mulchsaat nach Wintergerste ausgesät.  Mehr

Demonstrationsbetrieb Bergmann

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Hof, Mittelgebirge; Bewirtschaftungsregion: Verwitterungsstandort Südost
  • Betriebstyp: Milchviehbetrieb, Haupterwerb
  • Tierhaltung: Milchkühe und weibliche Nachzucht
  • Fruchtfolge: Wintergerste, Zwischenfrucht, Silomais, Sommergerste, Lupinen, Winterweizen und Feldfutterbau

Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:

  • Zwischenfruchtanbau mit verschiedenen Zwischenfruchtmischungen; Bodennahe Ausbringung des Wirtschaftsdüngers mit überbetrieblicher Technik

Angebote und Veranstaltungshinweise:

Demofläche Rieglersreuth
Verschiedene Beizvarianten in Wintergerste

Versuchsaufbau

Aufgrund immer weniger Pflanzenschutzmittel-Zulassungen, steigender Gefahrstoffauflagen, Resistenzen, aber auch innovativer Ideen werden unterschiedliche Beizvarianten in der Wintergerste verglichen.  Mehr

Landkreis Wunsiedel

Demonstrationsbetrieb Schübel GbR

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Wunsiedel, Mittelgebirge; Bewirtschaftungsregion: Verwitterungsstandort Südost
  • Betriebstyp: Milchviehbetrieb, Haupterwerb mit weiterem Betriebszweig Saatgutvermehrung
  • Tierhaltung: Milchkühe und weibliche Nachzucht
  • Fruchtfolge: Wintergerste, Winterweizen, Silomais, Sommergerste, Winterraps und Feldfutter

Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:

  • Zwischenfruchtanbau mit verschiedenen Zwischenfruchtmischungen; Bodennahe Ausbringung des Wirtschaftsdüngers mit eigener Technik; Anlage von Erosionsschutzstreifen in Silomais

Demonstrationsbetrieb Schübel
Anbau weißer Lupinen

Demonstrationsanlage Weiße Lupinen auf dem Betrieb Schübel in Meußelsdorf

Leguminosen binden dank der Symbiose mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft. Dieser Stickstoff ist für die Leguminosen selbst und für Folgekulturen nutzbar. Bei dem anschließenden Anbau von Zwischenfrüchten oder überwinternden Hauptkulturen kann somit zusätzlicher Dünger eingespart werden. Großkörnige Leguminosen als Hauptfrucht können dadurch einen wichtigen Teil zum Gewässerschutz beitragen.  Mehr

Direktsaat einer Zwischenfruchtmischung

Demonstrationsversuch

Am 9. August 2020 wurde per Direktsaat mit einer Horsch Avatar die Zwischenfruchtmischung bestehend aus 14 Komponenten gedrillt.   Mehr

Winterraps mit Begleitsaat

Demoanlage - Rapsanbau mit Begleitsaat

Winterraps mit Begleitsaat

In Leutendorf wurde von dem Betrieb Schübel GbR eine Demoanlage - Rapsanbau mit Begleitsaat - angelegt. Rapsuntersaaten können in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, vornehmlich wird die Fixierung von Luftstickstoff durch die Leguminosen und dadurch eine Reduzierung des N-Düngeaufwandes angestrebt. Ein weiterer positiver Effekt, der erreicht werden soll, ist die Vergrämung bzw. Ablenkung von Schadinsekten im Raps, sowie der erhöhte Erosionsschutz und reduzierte Herbizideinsatz im Anbau.
Demonstrationsbetrieb Schübel, Leutendorf

Winterraps mit Begleitsaat

Vorgehen bei der Aussaat
Die Begleitsaat und der Winterraps können miteinander ausgesät werden, hier sollte aber aufgrund einer möglichen Entmischung nur für wenige Hektar auf einmal gemischt werden. Sätechnik mit zwei verschiedenen Saattanks ermöglicht ein gleichmäßigeres Auflaufen, eine separate Aussaat der Begleitsaat ist ebenfalls von Vorteil. Die Begleitsaat kann auch vor der Rapssaat ausgestreut werden, allerdings ist hier die Saatstärke der Begleitsaat um 10 % zu erhöhen, da sonst die gewünschte Bestandesdichte nicht erreicht wird.
Zusammensetzung Begleitsaat:

Öllein (30 %), Alexandrinerklee (14 %), Serradella (20 %), Perserklee (13 %), Blaue Lupine (20 %), Ramtillkraut (3 %)

Herausforderungen

  • Nicht jedes Herbizid kann im Herbst aufgrund der Untersaat angewendet werden, oft nur im Vorauflauf
  • konventionelle Lösungsansätze sind oft einfacher
  • höhere Saatgutkosten durch Begleitsaat (ca. 50 €/ha)
  • für Biobetriebe ist der Rapsanbau mit Untersaat schwieriger, hier ist eine Reihensaat des Winterraps empfehlenswert. Die Aussaat der Begleitpflanzen ist zwischen den Reihen zu platzieren, mit passendere Hacktechnik können anschließend unerwünschte Beikräuter im Frühjahr beseitigt werden

Ziel

  • Leguminosen in der Untersaat fixieren durch ihre Symbiose Stickstoff im Boden, außerdem werden überschüssige Nährstoffe durch die Untersaat aufgenommen und im Frühjahr an den Raps abgegeben, somit wird Dünger eingespart
  • schnelle flächige Bodenbedeckung, dadurch Erosionsvermeidung
  • Beikräuter werden besser unterdrückt
  • durch das Abfrieren der Untersaat im Winter entstehen keine Probleme im Frühjahr
  • Verbesserung der Bodenstruktur und Bodengesundheit
  • Verwirrungs- und Ablenkungseffekte bei Schadinsekten
  • höhere Biodiversität und bessere Assimilationsleistung
  • die Vorteile der Begleitsaat überwiegen meist den Mehraufwand
Schauversuch auf dem Betrieb Schübel GbR:
Sorte:DAKTARI (DSV)
Vorfrucht:Hafer
Aussaat getrennt:25.08.2021 Begleitsaat
25.08.2021 Winterraps (45 Kö/m²)
Düngung:1,5 dt/ha KAS
Pflanzenschutz:26.08.2021 2,5 l/ha VA Butisan Gold
30.08.2021 Schneckenkorn
10.09.2021 1 l/ha Fusilade MAX & 0,075 l/ha Karate Zeon
Lage der Demoanlage:

Kleinwenderner Straße, 95615 Marktredwitz-Leutendorf, Landkreis Wunsiedel
Am Ortsausgang Leutendorf Richtung Kleinwendern auf der linken Straßenseite, die Fläche ist ausgeschildert

Blick auf die Fläche im Bayern-Atlas Externer Link

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