Demofläche Rieglersreuth
Verschiedene Beizvarianten in Wintergerste

Aufgrund immer weniger Pflanzenschutzmittel-Zulassungen, steigender Gefahrstoffauflagen, Resistenzen, aber auch innovativer Ideen werden unterschiedliche Beizvarianten in der Wintergerste verglichen.

Die Demofläche befindet sich vor dem Ortseingang von Rieglersreuth und ist ausgeschildert.

Verglichen werden:

  • Elektronen-Behandlung
  • unbehandeltes Saatgut
  • Nährstoffbeize mit Biostimulanzen
  • Gelbsenfmehl-Beize
  • klassische Fungizid-Beize
Anbau:

Vor der Aussaat wurden 15 m³/ha Rindergülle ausgebracht, anschließend erfolgte eine wendende Bodenbearbeitung. Die Aussaat erfolgte dann am 22.09.2020 mit 440 Kö/m², gesät wurde die Sorte "Su Ellen".

  • E-Pura (BayWa AG): Elektronische Saatgutbehandlung, bei der Elektronen beschleunigt und gezielt in die Samenschale des Korns gelenkt werden.
    Samenbürtige Krankheiten wie Streifenkrankheit, Blatt- und Spelzenbräune, Schneeschimmel, Netzflecken und Fusarium-Arten werden vollständig abgetötet bei gleichbleibender Keimfähigkeit.
  • Ungebeizte Variante: Kontrollparzelle
  • Grainguard (Seedforward): Organische NPK-Düngersuspension mit Spurelementen (Silizium, Mangan, Magnesium, Zink) und Biostimulanzien zur intensiveren Bewurzelung und höheren Widerstandsfähigkeit.
  • Tillecur (Biofa AG): Pflanzenstärkungsmittel auf der Basis von Gelbsenfmehl zur Förderung der Widerstandskraft und zur Vorbeugung des Steinbrandbefalls.
  • Vibrance Trio (Syngenta): Chemische Fungizidbeize zum Schutz vor samenbürtigen Befall mit Schneeschimmel, Flugbrand, Gerstenhartbrand, Netzflecken, Streifenkrankheit und Typhula Fäule.
Auszählung Feldaufgang in Prozent am 09.10.2020:
BeizvariantePflanzen pro m²Feldaufgang in %
E-Pura
(BayWa AG)
36985
Ungebeizte Variante34379
Grainguard
(Seedforward)
36384
Tillecur
(Biofa AG)
32775
Vibrance Trio
(Syngenta)
30871
Herbst

Die Auflaufbedingungen für die Wintergerste waren ideal. Im Vergleich stach die elektronenbehandelte Variante (E-Pura) heraus, diese kam bei einheitlicher Saattiefe einen Tag früher aus dem Boden.

Wurzelausbildung Ohne Beize, NährstoffbeizeZoombild vorhanden

Wurzelausbildung

Bei der Auszählung des Feldaufgangs war auch hier die elektronenbehandelte Variante am besten, dicht gefolgt von der Nährstoffbeize (Grainguard). Auffällig war außerdem die bessere Wurzelausbildung der Parzelle mit Nährstoffbeize, was für eine hohe Vitalität und mehr Erosionsschutz spricht.
Der Krankheitsdruck war aufgrund der Witterung sehr gering. Hierbei gab es keine Auffälligkeiten in den Versuchsparzellen.
Frühjahr

Sehr kühl, mit viel Niederschlag ging es durch den Frühling hinweg. Witterungsbedingt war auch im Frühjahr der Krankheitsdruck lange gering.

Am 17. Mai (EC 33) wurde dann die Bekämpfungsschwelle in allen Parzellen für Rynchosporium erreicht. Als Fungizidmaßnahme kamen 0,8 l/ha Input Classic zum Einsatz. Besonders betroffen waren hier die ungebeizte Variante, ebenfalls die Variante mit Gelbsenfmehl (Tillecur). Etwas weniger befallen, aber auch behandlungswürdig, waren die Nährstoffbeize und die elektronenbehandelte Variante. Bezüglich der Pflanzengesundheit schnitt zu diesem Zeitpunkt die chemische Beize (Vibrance Trio) besser ab, jedoch wurde auch hier die Bekämpfungsschwelle für Rynchosporium erreicht.

Nach der ersten Fungizidbehandlung gab es kaum Unterschiede zwischen in den Parzellen, lediglich die unbehandelte Variante und die Parzelle mit Gelbsenfmehl litten noch unter dem Befall mit Rynchosporium. Am 03. Juni (EC 51) wurde die Fungizid-Abschlussbehandlung durchgeführt.

Eine Ertragsermittlung wurde nicht durchgeführt.

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